Goldjubiläum von Bernhard Boja unter Mitwirkung des MC

Hier der Bericht der Siegener Zeitung vom 04.12.2018:

Foto: Bst (Siegener Zeitung)

Bst Netphen. Jubilar Bernhard Boja (die SZ berichtete) lud Vokalensembles und Blechbläser, die seine fünf Jahrzehnte währenden Dienste als Organist der kath. Kirchengemeinde Netphen in den letzten Jahr(zehnt)en begleitet hatten, zu einem Jubiläumsbenefizkonzert ein. Dessen Erlös dient als Beitrag zur Finanzierung der 2017 erfolgten Grundsanierung „seiner” Oberlinger-Orgel in der Pfarrkirche St. Martin. Und so konnte am Sonntag Pfarrer Werner Wegener zahlreiche Konzertbesucher in der Pfarrkirche begrüßen und auch den Cäcilienchor seiner Kirchengemeinde, den Männerchor des Netphener Gesangvereins 1861 sowie das Blechbläserquartett mit Dietmar Schneider (Trompete), Bernd und Brigitte Sensenschmidt (Horn) und Reinhard Schäfer (Posaune).

Der gemischte Cäcilienchor stellte unter Leitung von Gabriele Fuchs-Rinscheid stimmungsvoll Bezüge zur gerade begonnenen Adventszeit her. Beim Choral „Jesus bleibet meine Freude” aus Johann Sebastian Bachs Kantate BWV 147 tat sich der Chor mit Bernhard Boja an der Orgel zusammen, zuvor intonierte Dietmar Schneider den Cantus firmus zunächst auf der Trompete zum Orgelspiel. Seit vielen Jahren ist Bernhard Boja Vizechorleiter des Männerchors des NGV 1861, so lag es nahe, dass der Männerchor unter Leitung von Ute Lingerhand Auszüge aus seinem Repertoire mit Literatur aus dem 19. und 20. Jahrhundert in der gewohnt makellosen Intonation und dynamischen Variabilität einbrachte.

Ludwig van Beethovens „Hymne an die Nacht” war die Ausführung durch das Blechbläserquartett vorangestellt, das dann zusammen mit der Orgel Arrangements dreier bekannter Weihnachtschoräle darbot. Immer wieder hat Bernhard Boja in unserer Region noch unbekannte Literatur aufgetan, und so präsentierte er zum Konzertbeginn an der Orgel einen Heiterkeit ausstrahlenden „Marche” des Pariser Organisten und Komponisten Louis J. A. Lefébure-Wély (1817–1869). Zusammen mit Dietmar Schneider und Bernd Sensenschmidt ließ er drei Sätze aus Johann Caspar F. Fischers Suite „Le Journal de Printemps” erklingen – höfische Unterhaltungsmusik im besten Sinne aus dem späten 17. Jahrhundert. Mit Horn bzw. zwei Hörnern erklangen Camille Saint-Saëns’ „Romance” op. 36 und eine Bearbeitung eines Duetts aus dem zweiten Akt der Oper „Die Zauberflöte” von Wolfgang Amadeus Mozart.

Einer besonderen Herausforderung stellten sich Bernhard Boja und Bernd Sensenschmidt mit dem Pastorale des schwedischen Komponisten August Körling (1842–1919) – viele Harmoniewechsel hatten Organist und Hornist bei diesem meditativ wirkenden spätromantischen Werk zu bewältigen. Die exzellente Akustik der Pfarrkirche begünstigt die Entfaltung von Alphornklängen zur Orgel. Die boten Brigitte und Bernd Sensenschmidt zusammen mit Bernhard Boja mit dem „Entrée” aus der Suite op. 85 von Hans-Jürg Sommer (geboren 1950), dem „Choral für Luzern” von Anton Wicky (geboren 1938) und dem selbst arrangierten Medley „Weihnachtliches Pastorale”, in dem bekannte, auf dem Alphorn spielbare weihnachtliche Melodien erklingen.

Heiter bewegt beschlossen Dietmar Schneider und Bernhard Boja die Instrumentalmusikbeiträge mit dem „Marche Triomphale” von Bruce H. D. Steane (1866–1938), ehe nach Pfarrer Wegeners Dankes- und Schlussworten das Publikum zum Mitsingen eingeladen war bei „O Heiland, reiß die Himmel auf”.

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