Pressebericht Chorgesang und Bläserklang

SZ- Bericht vom 22.04.2013

„Chorgesang und Bläserklang“

Männerchor des NGV 1861 und musikalische Gäste verzauberten ihre Zuhörer

sib Netphen. Es war ein Abend so recht nach dem Herzen der Musikfreunde in der Georg-Heimann-Halle: extrem kurzweilig, qualitativ hochwertig und mit allerlei Abwechslungsreichtum gestaltet. Unter dem Motto „Chorgesang und Bläserklang“ hatte der traditionsreiche Männerchor des NGV 1861 zum Konzert geladen, mit dabei waren der Männerchor ProVocale und das Blechbläserensemble HeidBrass.

NGV-Präsident Hubert Rudolf Groos sparte es sich bei der Begrüßung, Einzelne namentlich zu nennen: „Sie sind uns alle herzlich willkommen“, sagte er nonchalant, und anschließend führte Sprecher Dieter Bruch die Gäste durch das Programm des NGV. Der achtfache Meisterchor unter dem Dirigat von Musikdirektor Alexander Weber stimmte eingangs ein großes Potpourri aus der Operette „Maske in Blau“ von Fred Raymond an, das unter anderem die reizende Titelmelodie am Anfang und am Ende oder den herrlichen „Frühling in San Remo“ beinhaltete. Ilona Broda begleitete das Stück am Klavier und Tenor Herbert Jung hatte hier wie an späterer Stelle Gelegenheit für ein ansprechendes Solo.

Mit der geschichtsträchtigen „Landerkennung“ von Edvard Grieg hatten sich die NGV-Männer ein sehr anspruchsvolles Stück ausgesucht, das sie mit viel Feingefühl, sauberer Abstimmung und großer Präzision ausführten. Auch mit dem Chor der Schmiedegesellen aus der Oper „Der Waffenschmied“ von Albert Lortzing, dem „Deutschmeister-Regimentsmarsch“ und „Morgen marschieren wir“ hatte der NGV Werke ausgewählt, die zu ihm passen und die die Zuhörer in eine entspannte und fröhliche Stimmung versetzten. Mal frühlingshaft verspielt, mal spitzzüngig und ein bisschen provokant sang sich der Männerchor ProVocale unter der musikalischen Leitung von Musikdirektor Matthias Merzhäuser in die Herzen der Zuhörer. Das sechsköpfige Qualitätsensemble fühlte sich sichtlich wohl in der Zeit des Erwachens und Blühens, konnte mit dem Evergreen „Barbara Ann“ genau so punkten wie mit „Küssen verboten“ oder „Veronika, der Lenz ist da“.

Etwas melancholischer erzählten sie von Herzensangelegenheiten mit „Wie kann es sein“, zeigten sich verrucht mit dem „Kriminaltango“ inklusive einer zum Brüllen komischen Variante als Siegerländer Seniorenchor oder beklagten „Haarige Zeiten“. Auch mit „Nein, nein, nein“ oder „Frauen“ – einer Variante des Herbert-Grönemeyer-Hits „Männer“ im Arrangement der Bläck Fööss – ernteten die sechs sangeskräftigen Herren starken Applaus.

Mit HeidBrass konnte für den Abend ein Ensemble gewonnen werden, das einerseits noch recht jung ist, dessen einzelne Musiker aber dennoch schon auf viel Erfahrung in anderen Orchestern oder Big Bands zurückgreifen können. Die zwölf Blechbläser mit Schlagzeuger unter der

Leitung von Rupert Wurm aus dem Wendener Raum haben sich ein breit gefächertes Repertoire von der Musik der Renaissance bis in die Moderne angeeignet und lieferten in Netphen ansprechende Kostproben davon.

„Feierlich – im Glanze der Blechbläser“ erstrahlte der erste Block von HeidBrass, hier besonders schillernd gleich eingangs mit dem Menuett und dem Freudenfest aus Händels beliebter „Feuerwerksmusik“. Den Facettenreichtum und die Klangfülle ihrer Instrumente konnten die Bläser auch mit dem israelischen Volkslied „Shalom Alechem“ (Friede sei mit euch) und einigen Passagen aus Antonín Dvořáks „Neuer-Welt“-Sinfonie in Brass-Bearbeitung von Dizzy Stratford vorzüglich herausstellen.

Außerdem können HeidBrass auch, das zeigte ihr zweiter Part unter dem Motto „Brass International“, dramatisch-pompös („Star Wars“), kuschelig („Somethin’ Stupid“), extrem rhythmisch („Böhmischer Traum“) und megacool („Everbody Needs Somebody“) unterwegs sein. Noch abwechslungsreicher geht’s kaum. Natürlich hatten alle Akteure Zugaben für ihre Gäste in petto, und die beiden Männerchöre sangen zusammen „All Night, All Day“.

 

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