Mit Meisterchören um die Wette singen

Chöre des Netphener Gesangvereins 1861 aus Nordrhein-Westfalen hat der Männerchor Fischbach zum Chorfestival im Graf-Zeppelin-Haus eingeladen. Mit der gemeinsam ge-sungenen triumphalen Filmmusik zu „Conquest of Paradise“ endete der ebenso freundschaftliche wie unterhaltsame Wettstreit der vier Chöre.
Der vielseitige und stimmgewaltige Männerchor Fischbach könnte mit Leichtigkeit einen Konzertabend allein gestalten, doch gerne hat er sein Programm bereichert mit Gästen, die zu Hause mehrfach den Titel Meisterchor errungen haben. 150 aktive Sänger zählt der Netphener Gesangverein. Zum ursprünglichen Männerchor mit 60 Sängern kamen in den vergangenen Jahren ein Frauenchor und ein Junger Chor hinzu. Ihr eigentliches Potenzial gerecht zu beurteilen fällt schwer, da die drei Chöre in Friedrichshafen nur in stark dezimierter Zahl auftraten.


Gerade der Frauenchor, der das Konzert eröffnete, war von 50 auf gut 20 Sängerinnen geschrumpft. Nach zögerlichem Anfang zeigte der transparente Kammerchor ein breites Spektrum – vom Volks- und Kunstlied bis zum Spiritual – und legte den Akzent bewusst auf das Leise, Besinnliche.
Welch ein Kontrast zu den nachfolgenden glänzend disponierten Fischbachern, die unter der Leitung von Chordirektor ADC Erich Hörmann mit voller Power einsetzten: „Good news“ für alle, die den Chorgesang lieben. Schon hier waren Volumen und Transparenz, Pianokultur und Rhythmusgefühl zu bewundern, und mit jedem weiteren Lied stieg die Begeisterung, zumal mit Winfried Lichtscheidel am Klavier und dem herrlich präsenten Bassisten Peter Strecker zwei besondere Glanzlichter hinzukamen. Ob „Kum ba yah“, „O happy day“ oder „Amen“ – immer ließ man sich mitreißen von der Dynamik wie von der zarten Innigkeit.

Der a cappella singende, fast ebenso starke Männerchor der Gäste unter der Leitung von Musikdirektor FDB Alexander Weber wollte da nicht nachstehen und gefiel mit harmonisch ausgewogenen Liedern im Volkston und kultiviert gesungenen Spirituals.
Mit einem peppigen Programm präsentierte sich der von 40 auf 20 Sänger dezimierte gemischte Junge Chor „fun4voices“ unter Chordirektor FDB Bernd Schneider. Rock’n’Roll wie der vergnügliche „kleine grüne Kaktus“ und das humorvolle Spiel mit Tonhöhe und Dynamik bei „Da doo on ron“ brachten die Fußspitzen zum Wippen.

Vereinte Chöre begeistern

Und nochmals zogen die Fischbacher neue Trümpfe aus der Tasche: Spannung und ein Schuss im Kriminaltango, dann amüsante Persiflage und Romantik pur. Auf Streckers vom Piano begleitetes besinnliches Solo mit Kurt Weills „September Song“ folgten mitreißende afrikanische Rhythmen.
Was wäre eine solche Zusammenkunft ohne gemeinsames Singen? Mit dem mächtigen Ruf nach Frieden und Freiheit aus „Exodus“ begeisterten die vereinten Männerchöre. Der feierliche Ausklang mit dem Ruf von über 100 Sängerinnen und Sängern nach dem Paradies war ein würdiger Abschluss eines glänzenden Konzerts.

Erschienen 22.09.2009 Schwäbische Zeitung
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