Konzert Chor & Solo 2009

Die Chöre des Netphener Gesangvereins präsentierten sich am Samstag gut aufgelegt. Die leider nicht ganz gefüllte Georg-Heimann-Halle konnte die Stimmung nicht trüben.

Eher schon die katastrophale Belüftung der Turnhalle, die in Netphen auch als Stätte für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Das Publikum litt unter der stickigen Wärme, hatte aber gleichzeitig viel Vergnügen am Zuhören. Denn unter der Regie des NGV-Frauenchores gab es fast drei Stunden Gesang und das mit ganz vielen Facetten.

Als Gäste wirkten der MGV Frohsinn 1875 Elz unter Chorleiter Mario Siry mit, die auch im kleinen Ensemble auftraten, dazu die Sopranistin Angela Kaub.


Besonders interessiert zeigt sich das Chorpublikum natürlich an den heimischen Ensembles. Mit „A new day” von Audrey Snider eröffnete der Frauenchor unter Ute Lingerhand-Hindsches das Konzert. Die Westerwälderin verstand es mit großer – auch körperlicher — Ausdruckskraft, die Frauenstimmen zu kraftvollem und pointierter Vorstellung zu führen. Das steigerte sie sogar noch ein wenig, als sie nach dem Vortrag des Elzer Chores mit dem neuen NGV-Chor auf die Bühne trat. Fun4Voices wird von Bernd Schneider geleitet, der die gemischte Nachwuchsgruppe in den letzten Monaten deutlich weiter entwickelt hat, wie der Auftritt bewies.

Dass die Sänger dies nach nur drei Proben mit der für den verhinderten Schneider eingesprungenen Dirigentin nicht nur umsetzten, sondern sich sogar noch ein wenig bewegter präsentierten, war eine kleine Überraschung an diesem Abend. Ute Lingerhand Hindsches schloss den Abend später mit dem Frauenchor, der gestern Morgen bereits früh in Morsbach bei einem Wettstreit antrat.

Sicherlich mit Spannung wurde der Männerchor unter Alexander Weber erwartet, der ein sehr konzentriert wirkendes Ensemble vorstellte. Kein Wunder, denn die NGVer wollen schon in wenigen Wochen ihren Meisterchortitel in Siegen erneuern. Der Auftritt bildete somit einen wichtigen Test vor der großen Aufgabe.

Der Chor meisterte sie nicht nur sicher, sondern durchaus überzeugend. Weber hatte seine Männer gut eingestellt, die mit Stücken wie dem „Jubilate Deo” oder dem „Ecce, conciopies” aufwändige Werke ausgesucht hatten.

WP vom 26.04.2009
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