Raketen ohne Rauch beim NGV-Karneval

Eine Rakete nach der anderen wurde gestartet und der Ruf „Netphen helau“ drang durch die Türen der Georg-Heimann-Halle ins Freie. Mehrere hundert Narren hatten sich zur 48. Karnevalsfeier des Netphener Gesangvereins 1861 eingefunden. Bunt verkleidet sang, schunkelte und lachte die Karnevalsgesellschaft und genoss sichtlich das Programm des Abends, ein närrisches Produkt des Vergnügungsausschusses unter der Leitung von Dieter Zamponi.

Neue Wege hatte der NGV in diesem Jahr eingeschlagen. So fand um 19.31 Uhr kein Einmarsch mit dem Zeremonienmeister zu dem Elferrat statt. Sondern die Begrüßung wurde auf der einzigartig bunt und ideenreich geschmückten Bühne von einem Fünferrat mit dem Karnevalspräsidenten Gundolf Cargnino vorgenommen. Der Präsident sprühte nur so vor Stimmung und guter Laune und bei seiner Begrüßung steckte er nach und nach das närrische Volk im Saal an. Schön gereimt, wie es sich zur Karnevalszeit gehört, übte er die Kommandos des Raketenstarts ein und forderte alle Narren auf, den Frust auf morgen zu verschieben.

Der Fünferrat, alles Vertreter der verschiedenen NGV-Abteilungen, fühlten sich auf der Bühne wohl. Tobias Siegert vertrat den jungen Chor Fun 4 Voices, Beate Vitt den Frauenchor, Klaus André den Männerchor und Dorothee Spies die passiven Mitglieder. Bei dieser Sitzung hatte der NGV-Präsident, Hubert-Rudolf Groos, auf der Bühne nichts zu suchen, er tummelte sich als Pirat verkleidet im Saal.
Nachdem die Peanuts unter Leitung von Claus Wunderlich in gewohnter Weise mit Stimmungsmusik der Gesellschaft eingeheizt hatten, erschien Dieter Bruch, auf den sich der NGV-Vergnügungsausschuss Jahr für Jahr verlassen kann, als „En Netpher Landwirt“. Pikiert steckte er sein Pfeifchen wieder ein. Rauchverbot! Mit Seitenhieben auf die Politik, die den Rauchern ihr Vergnügen ja verboten hat, auch in der Georg-Heimann-Halle. Für die Raucher hatte man ein Zelt neben der Halle aufgeschlagen. Das war aber wegen des Sturms wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen und die Raucher standen bibbernd vor Kälte in ihren luftigen Kostümen im Freien.

„Wo fängt Tradition an“, stellte Bruch die Gretchen-Frage. „Nach 48 Jahren noch immer keine Tradition?“

Bruch hatte so allerhand aus der Landwirtschaft, von seiner Frau und seinem Hof zu berichten. Viel Gelächter, noch mehr Beifall und ein Raketenstart war die Belohnung.

Silvia Schäfer hingegen hatte aus dem Seniorenstift „Find dein Glück“ zur Freude aller zu berichten. Da blieb kein Auge trocken. Elke Späth traf mit ihrer Büttenrede „Mensch, du wirst alt“ ins Schwarze. Mit zündenden Raketen wurden die beiden Frauen entlassen.

Was wäre der NGV-Karneval ohne seine Tanzgruppe Domino. In diesem Jahr hatte sie sich was Besonderes einfallen lassen. Unter Leitung von Bianca Schäfer kämpften die Tänzerinnen einmal als Pirat im Takt und zum anderen gaben sie als Spanierinnen verführerisch und feurig beim Tanz ihr Bestes.

Für weitere Abwechslung und Stimmung sorgten die Gäste aus Siegen, die „Köpfchenkickers“ mit „Viva Colonia“ und anderen bekannten Karnevalsliedern sowie die Männertanzgruppe des TV Holzhausen mit ihrem „Zillertaler Volkstanz“ und dem „Besten aus 17 Jahren“.

Nicht zu vergessen die „Flops“. Matthias Hellwig, Matthias Kretschmer, Dietmar Rill, Markus Stephan, Holger Weber, Dennis Kuban und Bernd Schneider sorgten wieder einmal für ein Highlight des Abends. Mit einem rauschenden Finale ging das Programm zu Ende, aber noch lange nicht der vergnügte Abend, der mit Schunkeln, Singen und Tanzen noch lange keine Ende fand.

Westfalenpost vom 27.01.2008
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