Lebendiger Chorgesang mit Zukunft

Der MGV Rinthe, der NGV aus Netphen und der Sängerbund Wilnsdorf erhielten gestern den Preis „ProChor“ aus der Hand des Landrates Paul Breuer.

Kreisgebiet. (wp) „Jeder der singt, kann sich selbst beschenken“, stimmte Landrat Breuer die Gäste bei der gestrigen Ehrung Pro Chor ein. Von ihm gab es gestern für die Aktiven aus drei heimischen Chören gestern zum Spaß am Singen auch noch den Preis des Kreises in Form von Urkunden und Schecks.

Der erste Platz und damit 500 Euro des im letzten Jahr erstmals verliehenen Preises ProChor für die Nachwuchsförderung in Chören ging dieses Mal an den Männergesangverein Einigkeit Rinthe. Die Jury würdigte damit die Leistung eines Ensembles, dem 96 Mitglieder in einem 132 Einwohner zählenden Dorf angehören. Landrat Paul Breuer: „Der MGV Rinthe ist nicht nur in der Dorfgemeinschaft verwurzelt – im Grunde ist er die Dorfgemeinschaft“.


Daneben hatte die Juroren in Rinthe überzeugt, dass der Chor die Jugendlichen in die Vorstandsarbeit einbindet, ein modernes Liedgut pflegt und Pate eines „Liedergarten“-Projektes sei.

Der zweite Preis wurde mit 300 Euro dem Netphener Gesangsverein für seine „lebhafte Projektidee“ von 1861 zugesprochen, über ein Kindermusical Nachwuchs für das Singen zu begeistern und damit vielleicht auch langfristig an den Chor zu binden.

Der mit 200 Euro dotierte Preis geht dieses Jahr Sängerbund Wilnsdorf, dem es laut Jury gelungen ist „neue Wege zu gehen, ohne Tradition und Herkunft zu vergessen“. Nach den Turbulenzen um den Chorleiterwechsel im vergangenen Jahr habe der Verein seine Aktivenzahl durch neue, junge Sänger ausgleichen können.

Der Wilnsdorfer Sängerbund stellte nicht nur junge Sänger ohne eigenes Einkommen von Mitgliedsbeiträgen frei, er inszeniere auch Konzerte an ungewöhnlichen Orten. So letztes Jahr in einer Fabrikhalle. Dazu erhalte der Nachwuchs die Gelegenheit, Konzerte in Solisten-Formation zu singen.

Für den Chorverband Nordrhein-Westfalen und Siegerland unterstrich Hermann Otto, dass der hier verliehene ideelle Preis mehr zähle als das damit verbundene Geld. Das Singen befinde sich im Aufwind, der Verband habe dieses Jahr bereits vier neue Ensembles aufgenommen. Auch die stärkere Unterstützung für die Laienkultur im Land sei spürbar.

Landrat Paul Breuer, auf dessen Initiative der Preis ProChor zurückgeht, ermunterte alle 250 Chöre in Siegerland und Wittgenstein, sich zu bewerben. Die Jury werde aber nur noch alle zwei Jahre zusammentreten.

Siegerland und Wittgenstein, so der Landrat, sei die Region des Gesanges, die stärkste in Nordrhein-Westfalen. Die Bedeutung der Chöre gehe über das Singen weit hinaus, weil vielfach über die Chöre ganze Dorfgemeinschaften zusammengehalten würden.

Bericht Westfalenpost 24.04.2007
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