Für geschlossene Gesellschaft ist diese erstklassige Leistung zu schade

Netphen. (mku) Alle drei oder vier Jahre versammeln sich sämtliche „Schreiber-Chöre“ zu einem gemeinsamen Konzert. Schauplatz der Veranstaltung war diesmal die festlich geschmückte Georg-Heimann-Halle in Netphen. Sechs Chöre mit rund 300 Sängern waren angetreten, um einen Abend lang gute Laune und Chormusik zu verbreiten. Damit hatten sie allerdings nur bedingt Erfolg. Freunde des Chorgesangs waren sicherlich hinterher beeindruckt und zufrieden. Leider ging das Interesse am Konzert kaum über die Mitglieder der beteiligten Klangkörper hinaus.

„Ich hätte mir schon mehr Zuhörer gewünscht, hier sitzen fast nur Sänger“, musste auch Egon Oehm eingestehen, der Vorsitzende des ausrichtenden Männerchores „Camerata Vocale“. Der kleine, aber sehr gute Klangkörper eröffnete und schloss das Konzert mit einer Mischung aus Volksliedern („Jäger aus Kurpfalz“, „Rose Marie“) und Gospel („All Night, All Day“), dazu kamen zwei Lieder von Franz Schubert. „Dat is min Oppa“, erklärte Moderator Paul Schubert zum Vergnügen der Anwesenden.


Überwiegend klassisches Liedgut war es, das auch die übrigen Chöre des jungen Musikdirektors Jens Schreiber vorstellten. Der Männerchor des GV „Einigkeit“ Herzhausen glänzte mit Schuberts „Liebe“ und Mathieu Neumanns „Unter der Linde“, die Frauen stellten das Repertoire vor, mit dem sie in einigen Wochen den Meisterchor-Titel ersingen möchten. „Wenn ich ein Vöglein wär“ gehörte dazu und „Kur tu bijig, balelini“, gelegentlich auch in deutscher Übersetzung auf heimischen Bühnen zu hören Die „Cantate Domino“ war eines der Lieder, mit dem der gemischte Chor St. Augustinus Dahlbruch die anwesenden Kollegen begeisterte. Die Männer allein ließen hinterher unter anderem noch eine Ode an Wein und Gesang folgen: „Aus der Traube in die Tonne“ von Kurt Lissmann. Mit „Feinsliebchen“ oder der „Vogelhochzeit“ brachten sich die Wittgensteiner Sänger von „1881 Arion Weidenhausen“ ein, und natürlich waren auch Chöre aus Netphen dabei. Der Männerchor des NGV 1861 schlug einen Bogen von Saint-Saens und „Saltarelle“ zum „Drunken Sailor“. Und richtig „populärmusikalisch“ wurde es mit dem Jungen Chor „Fun 4 Voices“ und seinen Darbietungen von „Killing Me Softly“ oder des Black-Föös-Hits „Dat Wasser vun Kölle“.

Noch mal, in musikalischer Hinsicht war das ein erstklassiger Leckerbissen. Für ein internes Schreiber-Chor-Seminar sind solche Leistungen aber eigentlich zu schade.

Bericht Westfalenpost 14.05.2007
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