Die Ziele klar vor Augen

aww Netphen/Hünsborn. Alexander Weber hat seine Ziele klar vor Augen. Mit dem Männerchor des Netphener Gesangvereins 1861 (NGV) will er 2009 den Titel Meisterchor (neuerdings »Leistungschor A«) im Sängerbund NRW verteidigen. Das dürfte für den neuen Chorleiter und auch für den Chor ein unstrittiges Muss sein, schließlich schmückt sich der NGV schon seit 1974 ohne Pause mit dem wichtigen Titel. »Ich will an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen«, machte der Hünsborner am Montagabend deutlich, als Vereinspräsident Hubert-Rudolf Groos und der Vorsitzende des Männerchors, Dieter Bruch, ihren neuen musikalischen Leiter im Pressegespräch vorstellten. Die kommende Probenarbeit wird ganz dem Erreichen jener gemeinsam mit dem Chor erarbeiteten Ziele gewidmet sein. Neben dem erwähnten Leistungssingen im übernächsten Jahr wird dazu – kurzfristig – das Weihnachtskonzert der NGV-Chöre am 9. Dezember 2007 gehören, bei dem Alexander Weber seinen ersten großen offiziellen Auftritt mit dem rund 60 Sänger starken Männerchor haben wird.

Nach dem laut Dieter Bruch überraschenden Ausscheiden Jens Schreibers, der das Chorleiter-Amt nach zweieinhalb Jahren aus beruflichen Gründen abgeben musste, begaben sich die Sänger während der Sommerpause auf die Suche nach einem neuen Dirigenten. Der war innerhalb von nur etwa sechs Wochen gefunden. Insgesamt gab es fünf Bewerber, von denen aber neben Alexander Weber nur noch ein weiterer Kandidat zum Probedirigat geladen wurde. Die Wahl Webers – laut Satzung entscheiden beim NGV die Sänger – sei eindeutig ausgefallen, sagt Dieter Bruch. Bei rund 50 Stimmabgaben habe es lediglich etwa eine Handvoll Enthaltungen gegeben. Der Neue kann sich nun, wie er selbst sagt, über eine »reizvolle Aufgabe« mit einem »großen, leistungsorientierten Männerchor« freuen.


Alexander Weber, 40 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, ist Vollprofi. Als hauptberuflicher Chorleiter gibt er außer beim NGV-Männerchor, mit dem er am 3. September die erste Probe absolvierte, noch bei zehn weiteren Chören, vornehmlich aus dem Sauerland, den Ton an: bei den Männergesangvereinen Homburg Winterborn 1920, Westfalia Ennest 1901, Liedertafel-Eintracht 1853 Kirchhundem, Liederkranz 1924 Würdinghausen und Holzhausen 1878, den Frauenchören St. Barbara Neger 1974, 1991 Hützemert und Cantare Iseringhausen sowie den Kath. Kirchenchören Cäcilia 1875 Wildbergerhütte-Bergerhof und Cäcilia Morsbach. Alle seine Chöre tragen einen Meister- oder Leistungschor-Titel.

1992 wurde Weber vom Fachverband Deutscher Berufschorleiter der Titel Chordirektor verliehen. Seine Ausbildung erhielt er an der Fachakademie für Musik des Bischöflichen Ordinariats Passau im oberbayerischen Altötting, er beschäftigte sich mit kath. Kirchenmusik (Orgel/Klavier) und erlernte Chorleitung bei Domkapellmeister Roland Büchner, dem Leiter der Regensburger Domspatzen. Von 1988 bis 1991 war Weber hauptamtlicher Kirchenmusiker in Reichshof-Eckenhagen, und auch als Instrumentalpädagoge für Klavier und Orgel hat er sich einen Namen gemacht.

An der grundsätzlichen musikalischen Ausrichtung des Netphener Männerchores, dessen Repertoire eine Bandbreite von geistlicher und weltlicher Chormusik über Chorwerke und Volkslieder bis hin zu Spirituals und Gospels umfasst, wird sich mit Alexander Weber nichts ändern. Trotzdem hat er sich vorgenommen, bei null anzufangen. Stücke, die der Chor bisher sang, sollen erst einmal beiseitegelegt werden, um ein völlig neues Programm zu erarbeiten.

SZ vom 19.09.2007
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